Wunnicke, Christine

Christine Wunnicke: Nagasaki, ca. 1642

Der junge Abel van Rheenen kommt als junger "Dolmetsch" mit einem Handelsschiff nach "Japonica". Dort trifft er auf den ehemaligen Krieger Seki Keijiro, der noch eine sehr alte Rechnung mit den Orandesen offen hat. Die Wege der beiden verquicken sich miteinander: Keijiro will Rache üben an dem, der die Kanonen gebracht hat, Abel will die japanische Seele erkunden. Mit ihm lernen die LeserInnen diverse Künste kennen, folgen den beiden aufs Land und entdecken ein Reich, das nur als `phantastisch´ bezeichnet werden kann. Dicht, detailreich, mit feiner Ironie und trefflichen Pointen entsteht eine plastisch-dramatisch-komische Geschichte, die auch eine Geschichte der Liebe und Verführung ist.

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Christine Wunnicke: Katie

Florence Cook ist ein berühmtes Medium Ende des 19. Jahrhunderts in London.

Das Besondere: sie materialisiert. Aus ihr heraus tritt Katie, ein ziemlich schamloses Frauenzimmer. Der Physiker und Chemiker William Crookes soll begutachten, ob Florence eine Betrügerin ist oder nicht.

Seine Methoden und Ergebnisse sind fragwürdig und Katie ist nicht so einfach zu fassen. Auf der Grundlage wissenschaftlicher und historischer Fakten (alle Personen des Buches lebten wirklich), entwickelt Wunnicke eine famose, sprachlich und inhaltlich erstklassige, lehrreiche, unterhaltsame, phantasievolle, ironische und großen Genuss bereitende Geschichte, wie man sie eigentlich nur aus dem angelsächsischen Raum kennt.

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Christine Wunnicke:

Der Fuchs und Dr. Shimamura

Der junge Dr. Shimamura reist Ende des

19. Jahrhunderts nach Europa, um seine Kenntnisse der Nervenheilkunde zu vertiefen. Und auch, um sich von dem Fuchs zu befreien, der ihn befallen hat. Die Diagnose "Fuchsbesessenheit" ist jener der "Hysterie" sehr ähnlich, in Orient und Okzident ist diese "Krankheit" gerade sehr in Mode. Die Reise ist, wie das ganze Leben, ein großes Abenteuer für den Herrn Doktor, der Vielem nur entgeistert zusehen kann. Dieser wunderbar märchenhafte Roman, der die Erinnerungen Dr. Shimamuras sehr poetisch aufzeichnet, widmet sich großen Themen: Sexualität, Wissenschaft, Mentalität - dargestellt durch diesen sympathisch-naiven Arzt und dem vierbeinigen Protagonisten mit dem schönen Fell.

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