Diese Bücher öffnen Türen in andere Welten

 

 

Hartmut Lange:

An der Prorer Wiek und anderswo

Zehn Novellen, die die Realität hinterfragen, Suchende begleiten, Wiedergängern Raum lassen, die Zeit in Frage stellen und der Vergäng-lichkeit nachspüren. Ästhetisch sind

sie ein Hochgenuss, geistig eine Herausforderung, denn jede einzelne Novelle ist eine Welt für sich, doch es gibt innere Verbindungen, die dem Buch als Ganzem eine noch stärkere Dichte verleihen.

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Rita Indiana: Tentakel

Acilde hat zwei Ziele: Chefkoch und ein Mann werden. Argenis möchte als Künstler reüssieren. Giorgio Menicucci möchte seiner Frau Linda helfen,

das Meer zu retten. Sie leben in der Dominikanischen Republik der Zukunft, doch der Roman hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert.

Er ist ein bunt zusammengesetztes Puzzle mit Teilen aus Religion, Umweltzerstörung, Geschichte der Karibik, Identitäts- und Genderfragen, bildender Kunst und Musik. Die Realität wird ständig durchkreuzt von der Vergangenheit, in Wahrheit sind diese gar nicht zu trennen. Wie die Kunst, die in der Lage ist,

Raum und Zeit hinter sich zu lassen und Entferntestes zu überbrücken, kreuzen sich in diesem Roman die Wege multibler Ichs. Was die Beantwortung der Frage: Wer ist ich? nicht gerade erleichtert, dem Leser aber eine sehr vielfältige und kompromisslos moderne Geschichte beschert, die frei und unverblümt mischt, schichtet, verflüssigt und vor nichts zurückschreckt.

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Eliot Weinberger: Vogelgeister

Weinberger reist durch den 

Welt-Raum: er folgt den Elementen, ganz konkret auf Fahrten über Flüsse oder dem Besuch von Inseln, er hört den Vögeln und den alten Schriften zu, er entdeckt Unbekanntes im Bekannten - wie ein Flugkünstler ist er zwischen Wolken und Höhlen unterwegs, immer den Gefahren der Natur ausgesetzt, immer auf der Suche nach Begegnungen. Eher Poesie als Essays sind die Texte, die Weinberger verfasst - erschafft - er nimmt die Realität ernst, fabel- und sagenhaft wirken jedoch seine Geschichten von Menschen, Gebräuchen, Träumen, Steinen oder Fröschen.

Sie üben einen starken Sog aus und sprechen alle Sinne an. Eine Schatzkammer.

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Friedrich de la Motte Fouqué: Undine

Die Liebe schenkt der Wasserfee Undine eine Seele, und mit ihr Freud und Leid.

Ihr Eintritt in die Welt der Menschen ist gezeichnet von dem großen Glück durch die Hochzeit mit dem Ritter Huldbrand, doch Undine muss erfahren, dass seine Liebe nicht unendlich ist - letzten Endes bleibt sie ihm fremd. Das tragische Ende der märchenhaften Liebesgeschichte lässt sich schon am Anfang erahnen, denn der wackere Ritter mag sich mit Schwert und Lanze auskennen, den unzähmbaren Kräften der Natur ist er nicht gewachsen. Illustriert wurde diese Ausgabe von Renate Wacker mit kraftvollen Bildern in Schwarz und Weiß, unterlegt oder umspült von blaugrüner Aquarellfarbe.

Die Bilder fangen die Geschichte ein und geben ihr ein ausdrucksstarkes Antlitz.

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Mairtin O Cadhain: Grabgeflüster

Das Leben unter der Erde ist dasselbe wie das in der Alten Heimat, mit dem Unterschied, dass die Toten ihre Gräber nicht verlassen können. "Die Hölle, das sind die anderen," könnte man mit Sartre die Situation nennen, in der sich die Protagonisten dieses Romans befinden.

Wortführerin ist die kürzlich verstorbene Caitriona, doch in ihre Klagen und Anklagen mischen sich bienenstockartig unzählige Stimmen, die alte und neue Lügen verbreiten, verleumden und bezichtigen, die neidisch und eifersüchtig sind, sich widersprechen und die Seite wechseln. Von Ruhe keine Spur, es herrscht Rivaltät in jeder Hinsicht. In diesen stream of consciousness, den Cadhain, der als der irischsprachige Joyce gilt, ebenso gut beherrscht wie Joyce selbst, mischt sich eine universale Stimme, das "Schallhorn des Friedhofs." Sie ist in Wortwahl und Melodie sehr verschieden von den Klagen der Menschen und gibt dem Roman eine Struktur, die über das (oft kleinliche) menschliche Urteil hinausreicht. 

Der Roman ist ein Kultbuch im gälischsprachigen Irland, er erschien 1949, wurde erst 2015 ins Englische übersetzt und liegt nun erstmals auf Deutsch vor. Eine Entdeckung.

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Michael Ondaatje und Serge Bloch:

Jasper braucht einen Job

Jasper, ein Dobermann, ist teuer.

Ein Job wäre prima, doch was könnte

er machen? Unverhofft bekommt

er ein Engagement bei einer Theaterproduktion des Stückes

"Caesar und Cleopatra" von G.B. Shaw. Jasper macht seine Sache gut, das Publikum liebt ihn, er wird zum Star. Leser/Zuschauer verfolgen seine Entwicklung vom Haustier zum Alphatier - und wie er am Ende einen ganz anderen Job bekommt. Einen weniger glamourösen, doch vielleicht einen mit Gehalt? Das 47. der "Tollen Hefte", dem auch ein Poster beiliegt, ist eine geballte Ladung an Farbe, die beredten Illustrationen Blochs unterstreichen den lakonischen Stil Ondaatjes kongenial. Herausgekommen ist eine perfekt in Szene gesetzte Geschichte, die nicht nur das Verhältnis von Mensch und Hund beleuchtet, sondern auch die Sorgen und Träume aller, die auf der Bühne des Lebens stehen.

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E.T.A. Hoffmann:

Die Bergwerke zu Falun

Illustriert von Kat Menschik

Die Geschichte des jungen Elis Fröbom, der die Seefahrt aufgibt und Bergarbeiter wird, gehört zu den bekanntesten Erzählungen der Romantik. Elis begegnet nach einer Indienfahrt einem alten Bergmann,

der ihm sagt, er solle nach Falun gehen und im dortigen Bergwerk arbeiten, das sei seine Bestimmung. Diese Aussage wird von einem eindringlichen Traum bekräftigt, Elis macht sich auf den Weg. Als er den Höllenschlund am Tageseingang sieht, kehrt er fast um, doch die freundliche Aufnahme in die Gemeinschaft der Arbeiter, vor allem aber die schöne Ulla, bewirken, dass er bleibt. Begegnungen, Erlebnisse, Träume und Visionen unter Tage vermischen sich mit der Tagesrealität - Elis ist vielen unterschiedlichen Kräften ausgesetzt, Angst und Sehnsucht streiten in seiner Seele,

in manchen Augenblicken ist er dem Wahnsinn nahe.

Kat Menschik hat diese Neuausgabe mit eindringlichen und einprägsamen Bildern illustriert, die den Leser tief in die Geschichte hineinziehen. Sie spiegeln die Zerrissenheit des Helden, setzen Glanzlichter auf einzelne Szenen, vertiefen den Geist und die Stimmung der Erzählung, die zwischen Blutrot und Meerblau tiefe Einblicke in die menschliche

Seele gewährt.

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Christine Wunnicke: Katie

Florence Cook ist ein berühmtes Medium Ende des 19. Jahrhunderts in London.

Das Besondere: sie materialisiert. Aus ihr heraus tritt Katie, ein ziemlich schamloses Frauenzimmer. Der Physiker und Chemiker William Crookes soll begutachten, ob Florence eine Betrügerin ist oder nicht.

Seine Methoden und Ergebnisse sind fragwürdig und Katie ist nicht so einfach zu fassen. Auf der Grundlage wissenschaftlicher und historischer Fakten (alle Personen des Buches lebten wirklich), entwickelt Wunnicke eine famose, sprachlich und inhaltlich erstklassige, lehrreiche, unterhaltsame, phantasievolle, ironische und großen Genuss bereitende Geschichte, wie man sie eigentlich nur aus dem angelsächsischen Raum kennt.

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Joshua Groß: Faunenschnitt

Frank, ein junger Schriftsteller, fährt zu seinem Verleger Bruno ins Salzkammergut. Dort lernt er nicht nur den Bootsverleiher Edward und die schöne Sofia kennen, er erlebt einen Flugzeugabsturz, der in Wirklichkeit eine Performance ist, er hilft, einen Einbruch aufzuklären und er zelebriert selbst einen symbolischen Akt der Überwindung von Postmoderne und Kapitalismus, indem er eine Kaffeemaschine (!) verbrennt. Frank, der seinen Beruf als das Bauen eines begehbaren Kaleidoskops beschreibt, könnte das Alter Ego Joshua Groß´ sein, der mit "Faunenschnitt" einen kaleidoskopischen Roman geschrieben hat, der Realitäten ganz neu zusammensetzt, mitunter zusammenschüttelt.

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Lilian Faschinger: Magdalena Sünderin

Die schöne Magdalena entführt einen Priester aus dem Pfingstgottesdienst heraus. Im tiefen Wald fesselt sie ihn an einen Baum und zwingt ihn, ihr zuzuhören. Sie legt eine lange Beichte ab und berichtet von den sieben Liebhabern, die sie ermordet hat. Doch im Lauf der Beichte wird aus der Sünderin (fast) eine Erlöserin, der Pfarrer erlebt Unerhörtes und der Leser kommt in den Genuss einer hintersinnigen Scheherazade, deren Dreh- und Angelpunkt die Leidenschaft ist.

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Ilijas Shansugirow: Das Lied von Kulager

"Das Lied von Kulager" erzählt die Geschichte eines Pferdes, das von einem mächtigen Mann getötet wird, weil er es nicht besitzen kann. Die Parallele zur politischen Situation bei seinem Erscheinen in den 1930er Jahren in der Sowjetunion war sofort klar und kostete den Autor das Leben. Gert Heidenreich hat das Epos in deutscher Sprache nachgedichtet und dabei mit bilderreichen Versen die Handlung auf den Konflikt zwischen Akan Seri, dem Besitzer des Pferdes Kulager, und dem reichen, brutalen Batyrasch zugetrieben. 

Die beigelegte CD lässt eintauchen in die orale Tradition der kasachischen Literatur und vermittelt dadurch einen starken Eindruck von einer fremden Welt.

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David Garnett: Dame zu Fuchs

Mrs. Silvia Tebrick verwandelt sich kurz nach der Hochzeit mit Richard im Jahr 1880 in eine Fähe. !!! Er versucht, sie zu verstecken, zu beschützen, zu erziehen, doch nicht einmal mit der Hilfe von Silvias ehemaliger strenger Gouvernante gelingt es ihm, wieder Kontrolle über seine  Frau zu bekommen. Sie flieht aus dem Garten in die freie Natur, bezahlt aber schließlich mit dem Leben für ihren Freiheitsdrang. Die Geschichte erhebt überhaupt keinen moralischen Zeigefinger, im Gegenteil, sie ist ein Plädoyer für die Freiheit, die David Garnett selbst auch lebte und verteidigte. Geschrieben in einem sehr charmanten, federleichten Stil - eine große Verführung.

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Marie NDiaye: Ein Tag zu lang

Normalerweise verlassen Herman und Rose ihren Ferienort am 31. August -

wie alle anderen Gäste auch. Nicht so in diesem Jahr. Sie übertreten das scheinbar eherne Gesetz und bleiben einen Tag länger. Dies führt zum Verschwinden Roses und des achtjährigen Sohnes. Herman versucht sie zu finden, doch in kürzester Zeit entgleitet ihm sein Leben komplett. In kafkaesker Manier findet er sich in einer völlig ausweglosen Situation  - je mehr er versucht, Teil seiner neuen Umwelt zu werden, desto fremder wird er. Auch sich selbst.

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Dino Buzzati:

Aus Richtung der unsichtbaren Urwälder

Voller Ironie, Poesie, Liebe und dem Blick für menschliche Schwäche zeichnet Buzzati in jeder Erzählung ein Bild des Scheiterns. Absurde Begebenheiten widerfahren Menschen, denen an entscheidender Stelle Mut und Entschlossenheit fehlen, oder die einfach nur Pech haben. Manchmal steht der Einzelne am Ende wirklich als Vereinzelter da, manchmal verliert er sogar das Verständnis für sich selbst, oft geht es nicht mit rechten Dingen zu - den Leser erwartet ein Feuerwerk an Ideen und Phantasie. Und das Schöne ist: Buzzati hat es nicht nötig, irgendjemanden persönlich lächerlich zu machen oder den moralischen Zeigefinger zu heben.

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Ugo Riccarelli: Der Zauberer

Der Vater des Ich-Erzählers kommt als Soldat aus einem kleinen Dorf in den Alpen nach Afrika. Mit Mut, Frechheit und einer unendlichen Phantasie - auch in der Sprache - gelingt es ihm, sich selbst und seinen Kameraden eine gewisse Freiheit zu bewahren. Bis er sich verliebt. Doch der Vater kehrt zurück nach Norditalien, wo er eine Familie gründet und seine Geschichten erzählt - und zwar in immer neuen Variationen. Aus dieser Vielfalt versucht der Erzähler so etwas wie ein Konzentrat der Wahrheit zu destillieren. Das gelingt ihm nur ansatzweise, viel wichtiger ist aber die Fabulierkunst des Vaters, des Zauberers, der sich mit jeder Geschichte eine eigene Wahrheit erschafft. 

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Christine Wunnicke:

Der Fuchs und Dr. Shimamura

Der junge Dr. Shimamura reist Ende des

19. Jahrhunderts nach Europa, um seine Kenntnisse der Nervenheilkunde zu vertiefen. Und auch, um sich von dem Fuchs zu befreien, der ihn befallen hat.

Die Diagnose "Fuchsbesessenheit" ist jener der "Hysterie" sehr ähnlich, in Orient und Okzident ist diese "Krankheit" gerade sehr in Mode. Die Reise ist, wie das ganze Leben, ein großes Abenteuer für den Herrn Doktor, der Vielem nur entgeistert zusehen kann. Dieser wunderbar märchenhafte Roman, der die Erinnerungen Dr. Shimamuras sehr poetisch aufzeichnet, widmet sich großen Themen: Sexualität, Wissenschaft, Mentalität - dargestellt durch diesen sympathisch-naiven Arzt und dem vierbeinigen Protagonisten mit dem schönen Fell.

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Francis Wyndham: Der andere Garten

England, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Der junge Erzähler lernt die neue Nachbarin Kay kennen, sie ist schon in den Dreißigern, lebt aber noch bei den Eltern. Diese verachten sie, denn Kay fügt sich nicht in die Konventionen der gehobenen Schicht auf dem Land. Die beiden werden Freunde und erleben zusammen, aber doch jeder auf seine Art, den Untergang der alten Welt.

Symbol für diese ist der andere Garten, der zu Beginn schon nicht mehr modern, aber gut gepflegt ist - am Ende ist nicht mehr viel übrig von dieser "wohlgeordneten Schöpfung".

Ein Roman von großer Tiefe, erzählt mit britischem Understatement, das der Phantasie des Lesers viel Raum lässt.

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Jens Steiner: 

Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit

Die Philosophiestudenten Paul und Magnus spielen einem Medienzar einen Streich. Kurz darauf wird dieser Zar entführt und Paul sieht völlig überrascht sich selbst zur Fahndung ausgeschrieben. Eine aberwitzige Flucht von Zürich nach Marseille, organisiert von der schönen Dolores, bringt manche Unannehmlichkeit für Paul. Seine Wege und Bewegungen, seine Überraschung, als er erkennt, was vor sich geht, sind Einübungen ins Leben. Der spannende Roman spielt die Frage durch: Was macht uns zu dem, was wir sind? Denn Paul wird am Ende zu genau dem, was man ihm unterschob, als  das noch absolut falsch war. Aber er füllt die Rolle dann doch auch wieder ganz anders aus...

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Michael Köhlmeier: Shakespeare erzählt

Shakespeare breitet in seinen Dramen die ganze Breite und Tiefe der menschlichen Seele aus. Die Dramen und ihr Personal sind heute noch so lebendig wie zur Zeit ihrer Entstehung - und geben noch heute Rätsel auf. Köhlmeier erzählt elf Geschichten "nach", er übersetzt in zeitgemäße Sprache, spürt den Kern der jeweiligen Story auf und bietet Adaptionen, die überzeugend in die "Bergwerke" der Seele führen, deren Schätze Shakespeare für uns gehoben hat.

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John Banville: Unendlichkeiten

Die alten Götter treiben noch heute ihr munteres Spiel mit den Sterblichen.

So auch mit den Godleys (!), die in ihrem Landhaus ein Familientreffen abhalten. Aus traurigem Anlass: der Vater liegt im Sterben.

Trotzdem ist Banville wieder ein leichtfüßiges, sprachlich brillantes und hintergründig ironisches Buch gelungen, das den Leser entführt und bestens unterhält.

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Emily Dickinson: Dichtungen

Dickinson lebte von 1830-1886 in Massachusetts. Zu ihren Lebzeiten fast unbekannt, gehört sie heute zu den wichtigsten Dichterinnen des 19. Jahrhunderts. Sie schreibt in einem unkonventionellen Stil, der immer noch als modern empfunden wird. Ihre Gedichte sind eine sehr kunstvolle wechselseitige Spiegelung von großer und kleiner Welt, sehr lebendig und hintergründig.

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Hartmut Lange:

Das Haus in der Dorotheenstraße

Neue Erzählungen, die die Frage nach der Konstruktion von Realität stellen. 

Menschen, die einen festen Platz im Leben haben, sehen plötzlich Dinge, die andere nicht sehen, aber heißt das,dass sie nicht da sind? Jede der fünf Novellen fragt: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

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Marilynne Robinson: Haus ohne Halt

Dieser sehr stark von Wassermetaphorik geprägte Roman stellt die Schwestern Ruth und Lucille, die zusammen mit ihrer Tante in einem Haushalt leben, in den Mittelpunkt. Die beiden Mädchen sind so lange unzertrennlich, bis ein Blick von außen andere Sichtweisen bringt. Als junge Frauen wählen sie Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein zutiefst beeindruckendes Buch, ein Plädoyer für die Wahlfreiheit und ein Bekenntnis dazu,

dass immer ein Rest an Zweifel bleibt.

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