Diese Bücher für junge Leser erfreuen auch Erwachsene

 

 

Die Schöne und das Biest

Das berühmte Märchen von der gutherzigen jüngsten Tochter, die sich in die Freundlichkeit, den Humor, das Wissen und die Erzähl-kunst eines Ungeheuers verliebt und dieses mit ihrer Liebe und einem Kuss in einen "hübschen Prinzen" verwandelt, wird in dieser Ausgabe des Bohem Verlags wunderbar dargestellt. Die feinen, ausdrucksstarken Illustrationen im surrealistischen Stil betonen zugleich die Stärke und die Fragilität der Liebe, sie spiegeln und veran-schaulichen mit ihrer Farbgebung und den alten Symbolen den Geist des Märchens. Ein erlesenes Gesamtkunstwerk für alle Menschen ab fünf Jahren.

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It´s Raining Elephants: Marta und Ich

Marta zeichnet immer und überall.

Einmal malt sie einen Löwen, der zu einem guten Freund wird, nachdem er aus dem Bild heraus ins richtige Leben getreten ist. Die beiden erleben wilde (Zimmer)Abenteuer, befahren das Meer, spielen Verstecke im dichtesten Dschungel. Sie spielen, tanzen, streiten und vertragen sich wieder. Die Bilder sind in allen möglichen Variationen von ganz zart bis sehr bunt und expressiv gestaltet. Die beiden Helden haben auf jedem Bild einen anderen Gesichtsausdruck, die Ausstattung der Räume korrespondiert mit dem Geschehen in der Geschichte.

Das Autoren-Duo It´s Raining Elephants schüttet ein ganzes Füllhorn an Gefühlen aus, der Leser bzw Betrachter durch-schifft eine weite Welt an Farben, Formen und Ereignissen, kann in die Geschichte eintauchen, aus ihr auftauchen, weiterschwimmen- und fliegen, er wird bei jedem Mal etwas Neues entdecken. Ein Freudengesang auf die Freundschaft und die Freiheit ist dieses vielfältige, ereignisreiche Buch,

das man mehr als einmal lesen wird. Versprochen.

Für alle Menschen ab fünf Jahren.

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Benita Roth (Text) &

Gino Alberti (Illustrationen):

Im Wunderwald mit Georg Baselitz

Text und Illustration führen ganz locker und ohne pädagogischen Anstrich in das Werk von Georg Baselitz ein. Angefangen beim jungen Maler, der seine eigenen Träume und Ideen verfolgt, anstatt auf seine Lehrer zu hören, und deshalb im hohen Bogen rausfliegt.  Doch er ist beharrlich und lässt seine Fantasie nicht einzäumen. Schließlich bringt er seine Idee, einfach mal alles andersrum zu malen, aufs Papier - und die Zuschauerwelt steht Kopf! Die vielen Bewegungen und Gefühle, die die Entwicklung zum gefeierten Maler begleiten, sind wunderbar in Szene gesetzt von Gino Albert, Text und Bild ergänzen sich vortrefflich und veranschaulichen die Realisierung eines Traumes.

Was für ein schönes Geburtstagsgeschenk für den Maler!

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Lukas Hartmann: Die wilde Sophie

Aus Angst, seinem Sohn Jan könne etwas zustoßen, umgibt König Ferdinand den Prinzen mit aberwitzigen Sicherheitsmaßnahmen. Sie sind so ausgefeilt, dass Jan schließlich wie ein Gefangener im Schloss lebt, der nicht einmal auf den Hof darf. Das kann die wilde Sophie, nicht länger ertragen. Sie setzt alles daran, den blassen Jungen zu befreien. Mit Mut, List, Intelligenz, Phantasie, Glück und Magie führt sie den kompletten Hofstaat, einschließlich sämtlicher Wachen und Soldaten an der Nase herum. Wie im Märchen üblich, gibt es Rückschläge, doch das Gute gewinnt. In sehr schönem, poetischem und märchenhaftem Ton erzählt Hartmann die Geschichte für Kinder ab neun Jahren, die auch erwachsene Leser beeindruckt.

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Klaas Verplancke:

Magritte und sein Apfel

Der Künstler Verplancke nähert sich dem surrealistischen Maler Magritte, und begleitet ihn auf seinem Weg von den ersten Anfängen bis zur Meisterschaft. 

Er erläutert bildlich, wie der Surrealist die Welt im Detail naturalistisch darstellt, die einzelnen Teile aber so zusammensetzt, dass eine neue Welt entsteht. Eine Welt, in der Unmögliches möglich wird, Alltägliches verfremdet und im neuen Kleid erscheint.

In der alte Seh- und Denkweisen aufgebrochen und hinterfragt werden. Verplancke verfügt über Sachverstand und Phantasie, er geht zart und zugleich ausdrucksstark vor,

er führt den Betrachter ein in eine Welt, in der andere Regeln gelten als in der "normalen". Diese war nach dem Ersten Weltkrieg aus den Angeln gehoben. Die Surrealisten wollten der alten Welt eine neue entgegensetzten.

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Yi Meng Wu: Yaotaos Zeichen

Die kleine Lucie findet auf dem Dachboden ihrer Großeltern einen alten Koffer. Kaum geöffnet, entflattern diesem chinesische Schriftzeichen -

ob der Koffer wohl ihrem Urgroßvater Yaotao gehört hat, der als junger Mann nach Lyon kam?

Die Zeichen nehmen Lucie mit auf eine Reise in die Vergangenheit und erzählen von Yaotao, seiner Frau Laurence, dem Sohn Francois-Hua, ihrem Leben in Lyon und dem in Peking, wohin die junge Familie zog, als es Yaotaos altem Vater sehr schlecht ging. Die Zeichen erzählen vom chinesisch-japanischen Krieg, der Rückkehr nach Frankreich 1940, das sich ebenfalls im Krieg befindet und den Schwierigkeiten, in den Alltag (zurück) zu finden.

Die Geschichte einer doppelten Emigration, das Leben in zwei Kulturen, das zutiefst menschliche Suchen nach Liebe unabhängig von jeder Kultur - dies sind die Themen des Buches, das auf zwei Arten erzählt wird. Einmal in Worten und ein weiteres Mal in Bildern.

Mit den aufwendig gestalteten Collagen erzählt Yi Meng Wu ebenso eindringlich von Aufbruch und Ankommen, Exil und Heimat, Trauer und Hoffnung. Das Buch bietet damit zwei Ebenen, auf der eine doppelte Geschichte erlebt werden kann, das ist etwas ganz Besonderes.

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Franziska Walther: Hoch hinaus

Erasmus lebt in einem Wald im Norden.

Er weiß aber, dass es mehr auf der Welt gibt als Fichten - und bricht auf in die Weite. Er überwindet Berge, Seen, Wälder und kommt schließlich in eine große Stadt. Seine Neugier bringt ihn in eine sehr schwierige, ausweglos erscheinende Situation, doch Mut und Phantasie retten ihn. Das Bilderbuch kommt ohne Worte aus, die darf der Betrachter selbst wählen. Es ist eine wunderbare Vorlage für alle, die gerne erfinden und entwickeln, vielleicht zu zweit oder in einer  Gruppe. Die bunten Bilder, der freundliche Elch und die phantastische Lösung eines Problems werden alle beflügeln und die Gedanken und Gespräche zu diesem Buch hoch hinaus tragen.

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Linda Wolfsgruber & Michael Stavaric: Als der Elsternkönig sein Weiß verlor

Eines Morgens ist der Elsternkönig plötzlich schwarz wie ein Rabe. Unruhe macht sich breit, das Volk vermutet, ihr König könnte ermordet und dieser schwarze Vogel ein Betrüger sein. Doch so ist es nicht. Es ist ihr alter König, der seine Güte verloren hat und nun, um die Gleichheit wieder herzustellen, alles Weiße aus seinem Land verbannt. Alle Federn, Salz und Milch, schließlich die Wolken, müssen schwarz gefärbt werden.

Drei Jahre macht das Volk mit, dann verjagt es den König. Der muss weit weit weg fliegen, um wieder zu sich selbst zu finden. Text und Illustration ergänzen sich wunderbar, die Vögel drücken mit ihrer Körperhaltung aus, was gerade mit Worten erzählt wird. Mit wenig Farbe werden Stimmungen aufgebaut, der Leser kann die Geschichte über mehr als eine Ebene aufnehmen.

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Ulrike Möltgen & Kilian Leyplod: Wolfsbrot

"Wolfsbrot" nimmt die Urängste des "Rotkäppchen" auf. Hier ist es ein Junge, der

im bitterkalten Winter der Nachkriegszeit alleine durch einen dunklen Wald zur Schule gehen muss. Zum Trost gibt ihm die Mutter ein schönes Wurstbrot mit. Im Wald kommt es zu unheimlichen, auch gefährlichen Begegnungen, die der Junge meistert: an diesem Tag wächst er über sich selbst hinaus. Mut und Mitgefühl besiegen seine Angst.

Die Illustrationen sind mehr als Bebilderung: sie erzählen

die Geschichte auf eine andere Weise ebenso eindringlich und zeigen, dass Realität und Phantasie keine zwei getrennten Welten sind. Das Bilderbuch für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene ist ein Buch, das auf ästhetisch sehr hohem Niveau Mut macht, ohne Ängste klein zu reden.

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Oyvind Torseter:

Der siebente Bruder oder

Das Herz im Marmeladenglas

Der jüngste Bruder zieht aus, um seine älteren Brüder zu befreien.

Dazu muss er das Herz des Trolls finden und zerstören, nur dann kommen alle - das sind die 6 Brüder und ihre Bräute - frei.  Mutig macht sich Hans mit seinem alten Klepper auf den Weg. Ausgestattet mit Mut, Verstand und Herz begibt er sich in große Gefahren, doch er ist so schlau, sich beizeiten Hilfe zu sichern und außerdem schlägt sein Herz für eine bezaubernde Prinzessin, die ihm sehr lässig zur Seite steht. Die Geschichte hat alles, was ein gutes Märchen braucht, ist rasant erzählt und wunderbar gezeichnet. Text und Bild stammen aus einer Hand, Torseter hat eine ganz eigene und eigenwillige Farbgebung entwickelt, um die Stimmung der Geschichte zu transportieren. 

Er schafft es auch, die Figuren selbst in großer Gefahr Ruhe bewahren zu lassen - vielleicht ist das das Geheimnis ihres Erfolges. Ein wunderbares Buch für Menschen ab 10 Jahren; jeder erwachsene Leser wird ebenfalls seine Freude daran haben.

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Maria Braig: Spanische Dörfer

Eine junge Frau, die aus Afrika geflohen ist, ein junger Spanier, der in seiner Heimat keine berufliche Zukunft hat und dessen Freund, der ein Chromosom mehr hat, als die meisten anderen Menschen, sind die Protagonisten dieses Romans für junge Leser (meine Empfehlung: ab 13 Jahren).

Alle drei sind Außenseiter, werden von der Gesellschaft dazu gemacht. Doch in diesem von vielen glücklichen Zufällen geprägten Roman finden sie am Ende einen Platz, der ihnen den Raum gibt, frei und nach eigenen Vorstellungen zu leben. Es klingt ein wenig utopisch und doch ist es nicht unmöglich.

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Amy Novesky und Isabelle Arsenault: Lied für Louise

Leben und Entwicklung der Bildhauerin und Installations-künstlerin Louise Bourgeois werden in diesem wunderbaren Bildband, bei dem Text und Illustrationen aus einem Guss sind, in Szene gesetzt.

Vor allem ihrer Kindheit am Fluss und in der Textilwerkstatt ihrer Eltern wird viel Raum gegeben, waren diese doch der Boden, auf dem ihr ganzes Schaffen wuchs. Die Liebe zu ihrer Mutter, die Louise wie eine Zauberin erscheint, wird zur Antriebskraft der künstlerischen Auseinandersetzung. Einfühlsam und genau beschreiben und "bezeichnen" die Autorinnen die äußere und innere Entwicklung Louises.

Geeignet ist das Buch für Kinder ab acht, es empfiehlt sich, die jungen Leser bei der Lektüre zu begleiten, da Fragen auftauchen dürften und vielleicht auch der Wunsch entsteht, selbst zu Nadel, Faden, Stoff oder Draht zu greifen...

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Wolfgang Herrndorf: Tschick

Zwei Vierzehnjährige wollen mit einem geklauten Lada von Berlin aus in die Walachei fahren. Sie kommen nicht ganz so weit, erleben aber den Sommer ihres Lebens. Sie lernen Menschen kennen, von denen sie nie gedacht hätten, dass es sie gibt, sie lernen ein ihnen völlig unbekanntes und neues Deutschland kennen, sie erleben großartige Natur und tiefe Freundschaft. Die Ausgabe der Edition Büchergilde wurde von Laura Olschok mit feinen,

die bedeutsamsten Momente der Erzählung einfangenden Zeichnungen illustriert. Sie geben dem Roman, der längst ein Bestseller ist, neue Tiefe und Anschaulichkeit und sind eine wunderbare Ergänzung dieses außergewöhnlichen Buches.

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 Jürg Schubiger/Wolf Erlbruch:

Zwei, die sich lieben

Ein Bilderbuch vom Suchen, Sehnen, Finden und Abschied-Nehmen.

Schubigers Herz erwärmende Verse und die eindrucksvollen Illustrationen von Wolf Erlbruch machen diesen optimistischen Gedichtband über die Liebe zu einem Kleinod für Kinder und Erwachsene. Nicht nur im Frühling. 

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Oren Lavie: Der Bär, der nicht da war

Der überaus sympathische Bär macht sich mit Hilfe eines Zettels und anderer freundlicher Waldbewohner auf die Suche nach sich selbst. Die Frage "Bist du ich?" lässt sich am Ende zweifelsfrei beantworten: "Ich hatte doch gleich das Gefühl, dass ich ich bin, ich fühlte mich vertraut." Wunderbar übersetzt von Harry Rowohlt und illustriert von Wolf Erlbruch ist das Buch eine köstliche Lektüre für alle Geschichten- und Bilderliebhaber sowie Wörtersammler ab fünf Jahren. 

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 Andreas Steinhöfel: Anders

Nach einem Unfall liegt Felix 263 Tage im Koma, danach fehlt ihm jede Erinnerung an die Zeit davor. Weil er nicht mehr der ist, der er einmal war, nennt er sich nun "Anders". Die Frage: "Was ist vor dem Unfall passiert?" zieht sich durch das ganze Buch. Als die Erinnerung zurückkehrt und auch der Leser begreift, kommt es zu sehr dramatischen Ereignissen, die beinahe tragisch enden, Felix aber wieder zu sich selbst führen. Seine Kindheit ist nun definitiv vorbei, er hat gelernt, Verantwortung zu übernehmen.  Für Leser ab zwölf Jahren.

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Richard Carpenter:

Catweazle der große Zauberer

Ein liebenswürdiger, aus seiner Zeit gefallener Zauberer versteht die Welt nicht mehr. Kein Wunder, er hat durch einen falschen Zauberspruch 900 Jahre "übersprungen" und will nur eins: wieder zurück. Fast genau so gern möchte er aber all diese moderne Magie kennenlernen, die heutzutage jeder beherrscht. Ein Buch für alle Leser ab neun Jahren, die Spaß an Witz und Situationskomik haben.

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Nelly Dix:

Die Geschichte vom weitgereisten kleinen Teufel Eitel

Aus allerhand Märchen und Sagen, sowie einer überbordenden Phantasie speist sich diese Geschichte, die die 13jährige Nelly für ihren Bruder Jan schrieb. Auch die Bilder malte sie selbst. Der Libelle Verlag hat daraus eine wunderbare bibliophile Ausgabe gemacht, die erste Veröffentlichung des Textes anlässlich der Wiedereröffnung des Dix-Hauses am Bodensee im Frühjahr 2013.

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Truus Matti:

Apfelsinen für Mister Orange

New York, 1943: Linus beliefert einen Maler, der unverkennbar Piet Mondrian ist, mit Orangen. Und kommt dabei mit ihm ins Gespräch über moderne Malerei, den Krieg in Europa, die Gestaltung der Zukunft und was Vorstellungs-kraft alles bewirken kann. Für Leser ab zehn Jahren.

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Christian Morgenstern für Große

und Kleine - Gedichte

Diese wunderbar illustrierte Sammlung phantastischer Gedichte, die sich durch eine ungeheure Musikalität auszeichnen, öffnet eine Tür zum Werk des großen Dichters. Neuartige Tiere, unbekannte Tätigkeiten, skurrile Situationen gilt es zu entdecken - Morgensterns Werk macht viel Vergnügen und eignet sich bestens zum Vorlesen.

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Wouter van Reek:

Krawinkel & Eckstein -

Auf den Spuren von Piet Mondrian

Ein Bilderbuch für Leser und Betrachter ab fünf Jahren, das mit einer unterhaltsamen Geschichte den Weg von der konkreten zur abstrakten Malerei nachzeichnet. 

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Gianni Rodari:

Gutenachtgeschichten am Telefon

Ein Klassiker der Kinderliteratur, den auch Erwachsene lieben. Ganz kurze Geschichten, sehr phantasievoll und märchenhaft (aber "weltlich"), die hinterfragen, vertraute Ordnungen auf den Kopf stellen, für Offenheit und Toleranz plädieren und ganz viel Freude machen.

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