Hier finden Sie Bücher, die sprachlich oder durch ihre Komposition herausragen

Jacqueline Moser: Ich wünsche,

wir begegneten uns neu

Die vierzigjährige Ella, Grafikerin und Künstlerin, hat ihren Mann verlassen und lebt nun mit ihrem Sohn Milo, fünf, in einer Wohnung in einer großen Anlage.

Sie ist nach einem epilep-tischen Anfall,

als dessen Konsequenz sie ihr bisheriges Leben aufgegeben hat, völlig erschöpft. Aus einseitigen Notaten oder Sequenzen, kunstvoll ineinander geschich-teten Zeitebenen und der vorsichtigen Setzung von Schwerpunkten in den acht Teilen, komponiert Moser einen klugen, leisen und präzisen Roman, der von der Entfaltung und Befreiung einer Frau erzählt, die die Kunst des Papier-faltens für sich entdeckt hat. Diese Tätigkeit gibt ihrem Leben eine Struktur, führt sie zurück zur Kunst und gibt ihrem Leben eine selbstbestimmte Zukunft.

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Esther Kinsky: Hain, Geländeroman

Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin: in die Bergwelt Olevano Romanos, in das Dorf Chiavenna in der Lombardei  und in die Lagunen-landschaft um Comacchio im Podelta.

Ganz Wahrnehmung und sehr präzise erkundet sie das Gelände, gleichzeitig

ist ihre Reise eine nach Innen. Erinnerungen an die Kindheit, vor

allem an den Vater, werden wach, die Leerstelle des kürzlich verstorbenen Lebensgefährten M. wird schmerzlich bewusst. 

Der Geländeroman Esther Kinskys erzählt von Abwesenheit und von Verlorenem. Er tut dies in einer ungeheuren Präsenz von Wirklichkeit und Realität. Kinsky beschreibt aber wesentlich mehr als die sichtbare Realität - stets schwingt eine an die Vergangenheit erinnernde, an das momentane Empfinden oder eine philosophische Überlegung anstoßende Ebene mit. So transformiert die Dichterin das (konkrete) Gelände in einen "Hain". Seit dem 18. Jahrhundert gilt dieser als Sitz und Symbol der Dichtkunst. 

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Dorothy Baker: Ich mag mich irren, aber ich finde dich fabelhaft

Rick Martin ist mit vierundzwanzig Jahren auf dem Höhepunkt seines Ruhms angekommen: er ist der beste Jazz-Trompeter der Welt. Begonnen hat er als Pianist in Los Angeles, doch sein Instrument ist die Trompete, die

er in diversen New Yorker Orchestern spielt. Und vor allem nach der Arbeit im Orchester, wenn für ihn die wirkliche Art, Musik zu machen beginnt. Frei, ohne Rücksicht auf das Publikum,

mit Musikern, die auf die gleiche besessene Art spielen.

In seinem Leben gibt es nichts, das längere Zeit Bedeutung hätte - außer der Freundschaft zu Smoke und wenigen anderen schwarzen Musikern, mit denen der weiße Rick zusammenspielt. Sein Talent verschlingt schließlich sein Leben. Er trinkt immer mehr - was sein Spiel nicht beeinträchtigt - sein Leben aber mit nicht einmal dreißig Jahren beendet. Bakers Roman ist phantastisch komponiert: um das Grundthema herum führt sie so viele Gedanken aus, dass eine komplexe Melodie, ein unverwechselbarer Sound, ein variantenreicher Rhythmus entsteht, der dem Sog des Jazz in keiner Weise nachsteht.

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Alan Bennett geht ins Museum

Der Dramatiker, Essayist, Romanautor und Bilderstürmer Bennett geht ins Museum. Dort betrachtet er Bilder und Besucher, macht sich sehr frei seine Gedanken zur Ikonographie, zu den Malern (auch die großen Autoritäten entgehen seinen offenen Augen und Kommentaren nicht),

er spricht von Diebstahlphantasien und englischen Gewohnheiten, und er wird nicht müde zu betonen, dass Kunst Normalität und Teil des Lebens ist.

Und bleiben soll. Und darum muss sie frei zugänglich sein. Dieser politische Aspekt gibt seinen sieben Essays jedoch keine pädagogische Note - Bennetts Stil der komischen Ernsthaftigkeit ist unglaublich charmant und gewinnend. Man geht gerne mit ihm ins Museum und man geht nach

der Lektüre dieses Buches anders ins Museum - beschwingt und befreit.

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Henry James: Lady Barbarina

Der sehr vermögende Jackson Lemon,

ein amerikanischer Arzt, verliebt sich in

die schöne, aus altem englischem Adel stammende Lady Barbarina. Schon vor der Eheschließung tut sich manches Hindernis auf, das den verschiedenen Traditionen der Alten und Neuen Welt geschuldet ist.

Der Umzug nach New York stürzt die junge Ehe bald in eine Krise, denn Lady Barb fehlt einfach alles, was ihr Leben ausmachte. Im Gegensatz dazu greift ihre Schwester Agatha, die sie begleitet, sämtliche Möglichkeiten am Schopf und stürzt sich kopfüber ins freie Leben.

James beschreibt das Aufeinandertreffen der Kulturen sehr feinsinnig, ohne sich auf eine Seite zu schlagen und mit viel freundlicher Ironie und Sympathie für seine Geschöpfe.

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Johannes Bobrowski: Mäusefest

Zweiundzwanzig Erzählungen aus den Jahren 1962 bzw 1965, die auf die Zeit vor und während des Krieges zurückblicken. Die Personen in den Geschichten ahnen, was auf sie zukommt, der Leser weiß es.

Bobrowski erzählt von Menschen und Landschaften (dem Ostpreußen seiner Kindheit), von Bedrohung, Verlust und Verwüstung. Und dies in einer außergewöhnlichen Sprache, die präzise, bilderreich, poetisch und auch witzig ist.

Tief- und hintergründig sind die auf den ersten Blick so ruhigen Texte, in ihnen herrscht eine großartige Weite -

auch wenn sie in kleinen Dörfern und kleinsten Hütten angesiedelt sind.

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Antanas Skema: Das weisse Leintuch

Skema schrieb diesen Roman zwischen 1952 und 1954, der Held Antanas Garsva

ist sein Alter Ego. Der während des Zweiten Weltkrieges aus Litauen über Deutschland in die USA emigrierte Dichter arbeitet als Liftboy und versucht in immer neuen Ansätzen das zu fassen, was in diesem

20. Jahrhundert geschehen ist. Mit Litauen und der europäischen Kultur, mit seinem eigenen Leben.

Es entsteht ein dichtes Geflecht aus Erinnerungen, Episoden, Überlegungen und Wahrnehmungen, das up and down des Aufzugs begleitet das Hin und Her der Gedanken Garsvas.

Der Leser hat die Aufgabe, viele Puzzleteile zusammen zu setzen - er wird dafür mit einem außergewöhnlichen Leseerlebnis belohnt.

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Peter Waterhouse: Die Auswandernden

Media ist mit ihrer achtjährigen Tochter nach Wien geflüchtet. Sie befindet sich im Asylverfahren, sie lernt die deutsche Sprache kennen. Flucht und Sprache sind die Themen des Buches, Waterhouse behandelt sie jedoch auf eine Weise, die einzigartig ist. Es wird keine klassische Geschichte erzählt, es wird das innere Leben von Worten beleuchtet und damit ins Innere des Menschen geblickt.

Die Lernende lehrt ihren Lehrer Linien zu erkennen, die ihm neu sind, sie lehrt ihn, Worte neu zu denken. Dies führt ihn zu dem Gedanken, ob "Literatur keine schreibende Kunst, sondern eine Kunst der Auswanderung" ist? Auswanderung als Aneignung, Verwandlung, Neubeginn, als Prozess, ist der Kernpunkt seiner Überlegungen, wunderbar in Szene

gesetzt werden sie von Nanne Meyer. Sie hat Zeichnungen angefertigt, die 58 Doppelseiten füllen und die Worte des Autors verdichten, vertiefen, dramatisieren.

Im Zusammenspiel von Wort und Bild ist so ein Buch entstanden, das sich allen Kategorisierungen entzieht.

Es ist ein wunderbar spielerisches Buch entstanden, frei

nach dem Schillerschen Gedanken, dass der Mensch nur

dort ganz Mensch ist, wo er spielt.

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Virginia Woolf: Orlando

Orlando wird im 16. Jahrhundert in England geboren. Vom Hof der Königin wechselt er als Gesandter nach Konstantinopel, fällt dort nach vielen Turbulenzen in seinem Leben in eine tiefe Trance - und wacht als Frau wieder auf. Damit wechselt der Blickwinkel von der männlichen in die weibliche Perspektive und gibt der unnachahmlich scharfsinnigen Dichterin die Möglichkeit, durch die verschiedenen Zeitalter zu schreiten und deren Veränderungen mit viel Witz einzufangen - denn Orlando lebt weiter.  In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist Orlando eine moderne Frau geworden, die selbstbewusst ihren Wagen durch London steuert, doch sie ist auch eine,

die immer noch sehr gegen überkommene Vorstellungen kämpft. Ein grandioses Lesevergnügen, kein bisschen angestaubt, sondern immer noch hochaktuell.

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Sasa Stanisic: Fallensteller

In der titelgebenden Erzählung kehrt Stanisic nach Fürstenfelde in der Uckermark zurück. Lada, Schramm, das Ehepaar Zieschke, und all die anderen sind noch da. Ganz unerwartet gesellt sich der Fallensteller zur Dorfgemeinschaft, freilich ohne dazu zu gehören. Er bleibt ein Fremder, der die Nöte der Menschen aufnimmt, manchmal mitnimmt, sie ernstnimmt? Stanisics Figuren in allen Erzählungen sind Suchende, ihnen begegnet Absurdes, Komisches, Trauriges, sie verantworten Diebstähle, vermasselte Auftritte, manchmal hilft nur eine Lüge weiter und allmählich ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich wer ist, wer mit wem seinen Spaß treibt und wohin das alles führen soll. Stanisic liebt das Fabulieren, das Jonglieren, das Erfinden und er liebt seine Figuren. Er treibt sein Spiel mit ihnen, aber er tut es, um sie freier zu machen.

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Richard Hughes: Orkan über Jamaika

Die zehnjährige Emiliy wächst mit vier Geschwistern in Jamaika auf. Als ein Orkan Haus und Land verwüstet, beschließen die Eltern, die Kinder nach England zurückzuschicken. Auf der Überfahrt wird ihr Schiff von Piraten gekapert, die Kinder setzen die Reise zusammen mit diesen fort. Sie leben weiterhin in einer Welt fernab der Zivilisation, in diese geraten sie, als sie einem Passagierdampfer übergeben werden. Und London erreichen. Ihre Rückkehr ist eine Sensation, man dachte, sie wären ermordet worden.

Es folgt ein Gerichtsprozess gegen die Piraten, die den Kindern zu keiner Zeit auch nur ein Haar krümmten, aber die Gerichtsbarkeit sieht eine solche Tatsache nicht vor.

Der frische Abenteuerroman aus dem Jahr 1929 spielt viele Themen durch: Kindheit, Gerechtigkeit, Erwachsenenwelt, Zivilisation, Wahrheit und Wahrscheinlichkeit - und dies spannend und unterhaltsam, denn der Autor kann wunderbar erzählen.

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Dana Grigorcea:

Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Victoria ist Bankerin, zurückgekehrt in die Stadt ihrer Kindheit: Bukarest. Weil sie Opfer eines Bankräubers wurde, wird sie beurlaubt, um sich zu erholen. In ihrer freien Zeit streift sie durch die Stadt, mit dem Rad, dem Bus oder zusammen mit ihrem Freund im Auto. Sie begegnet Orten und Menschen, die Erinnerungen in ihr wachrufen. In vielen kleinen Geschichten geht die Autorin diesen nach, zusammen gehalten werden sie von einem überschaubaren Kreis von Menschen, die die Geschichten "bevölkern".

Grigorcea wechselt frei zwischen verschiedenen Zeitebenen, eine wunderbare Schwerelosigkeit charakterisiert ihren Stil. 

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Ralf Rothmann: Im Frühling sterben

Als Siebzehnjährige werden Walter und Fiete, zwei Melkerlehrlinge aus Norddeutschland, im Februar 1945 zwangsrekrutiert, zur Waffen-SS.

Wochen später treffen sie sich in Ungarn wieder, Fiete liegt im Lazarett. Kurz darauf versucht er zu desertieren, wird gefasst und soll erschossen werden. Walter verwendet sich beim Kommandanten für seinen Freund, erfolglos. Er wird einer derjenigen sein, die den Karabiner auf Fiete anlegen. 

In diesem Roman, der vollständig ohne Kriegsromantik auskommt, vereinigen sich eine realistische Beschreibung der Geschehnisse und Zustände mit einer in poetischer Sprache sich manifestierenden Sympathie des Autors für seine tragischen Helden.

Dieser Roman könnte ein Klassiker der Antikriegsliteratur werden - Klang, Form und Inhalt bilden eine Einheit,

das Gespräch Walters mit Kommandant Domberg veranschaulicht sehr konzentriert Kälte, Perversion und Zynismus der Mächtigen.  

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Bruce Chatwin:

Der Vizekönig von Ouidah

Dom Francisco da Silva wird Ende des 18. Jahrhunderts im Sertao (Brasilien) geboren. Das Schicksal verschlägt ihn nach Westafrika, wo er zum Sklavenhändler, reichsten Mann des Landes und Vizekönig aufsteigt. Sein Leben gleicht einer Achterbahnfahrt:

er stirbt bettelarm, noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sucht seine riesige Familie nach Papieren, die den Reichtum zurückbringen sollen.

Chatwins Geschichte nimmt die Legende um Francisco zum Ausgangspunkt, er kreiert daraus einen überbordend phantasievollen, wortmächtigen, bunten und unglaublich lebhaften Roman. Das "Skelett" dafür entstand in Ouidah (dem heutigen Benin), wo Chatwin 1977 in einen Putsch geriet und verhaftet wurde. Er kehrte nie mehr nach Westafrika zurück, die Eindrücke waren jedoch gewaltig genug, um dieses "Werk der Imagination" zu schreiben.

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Anna Enquist: Die Betäubung

Suzan, die Anästhesistin, und ihr Bruder Drik, Psychiater, gehen völlig gegensätzliche Wege, um dem Schmerz zu begegnen. Suzan betäubt ihn, Drik begleitet Menschen, die sich ihm stellen. Allard, ein junger Mann, der bei Drik eine Lehrtherapie macht, später die Abteilung wechselt und Suzans Praktikant ist, wird zu einer Art Katalysator, der beide an ihre Grenzen bringt.

Und das Leben einer ganzen Familie verändert. 

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 T. C. Boyle: Amèrica

Cándido und Amèrica sind illegal in die USA eingewandert. Die Mossbachers sind liberale Umweltfreunde, gutes Bürgertum, das die Werte der freien Welt verteidigt - theoretisch. Ein Unfall (Mossbacher fährt Cándido an und verletzt ihn schwer) setzt eine Spirale in Gang, die in einem Inferno endet. Boyle lotet die Grenzen der Toleranz aus und geht der Frage nach: Was kann ein Mensch alles aushalten? Strukturell sehr eindrucksvoll gegeneinander gearbeitet, dringt er tief in beide Welten ein und zeigt, wie dünn der Firnis der Zivilisation ist. 

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 William Faulkner: Schall und Wahn

 Faulkners Jahrhundertroman erzählt die Geschichte und den Verfall einer einstmals angesehenen Südstaatenfamilie.

Die Geschwister Benjamin, Quentin und Jason "schildern" ihre Sicht der Dinge in je eigenen Kapiteln, im letzten Teil führt der Erzähler die Fäden zusammen.

Faulkners Roman wurde als eines der "sieben stilistischen Weltwunder des 20.Jahrhunderts" bezeichnet - nun liegt er in einer Neuübersetzung vor, die dem Original gerecht wird.

Keine leichte Lektüre, aber eine außergewöhnlich gute.

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Sasa Stanisic: Vor dem Fest

Das Dorf Fürstenfelde in der Uckermark bereitet sich auf das jährliche Annenfest vor. Seine Bewohner (Lebende und nicht mehr Lebende), seine Geschichte in mehr als vier Jahrhunderten, sowie die Verzahnung verschiedener historischer Zeiten erschaffen einen vielstimmigen Chor, der einen Helden feiert: das Dorf.

Diese moderne Variante des Schelmenromans schickt nicht einen menschlichen Helden auf eine Abenteuerreise, das Dorf  selbst ist der Protagonist, der die Abenteuer zu bestehen hat. Eine grandiose Idee, fabelhaft ausgeführt.

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Elias Canetti:

Die Stimmen von Marrakesch

Jeder Ort hat seinen eigenen Klang: Kamelmarkt, Basar, Friedhof, eine Schule oder die Innenräume eines Privathauses. Canetti streift durch die Stadt, nimmt all die verschiedenen Töne auf und errichtet daraus ein einzigartiges Klanggebäude.

Den Leser beeindruckt die tiefe Religiosität aller Menschen, die Stimmen von Marrakesch lobpreisen Allah.

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Ralph Dutli:

Soutines letzte Fahrt

findet im Leichenwagen statt. Heimlich wird er nach Paris gebracht, er muss operiert werden. Während der 24stündigen Fahrt träumt Soutine, erinnert sich, phantasiert. Dutli gelingt in dieser sehr beeindruckenden, poetischen, wie ein Bild aufgebauten Romanbiographie die Darstellung eines Künstlerlebens in Paris und dem (besetzten) Frankreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Marilynne Robinson: Haus ohne Halt

Dieser sehr stark von Wassermetaphorik geprägte Roman stellt die Schwestern Ruth und Lucille, die zusammen mit ihrer Tante in einem Haushalt leben, in den Mittelpunkt. Die beiden Mädchen sind so lange unzertrennlich, bis ein Blick von außen andere Sichtweisen bringt. Als junge Frauen wählen sie Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein zutiefst beeindruckendes Buch, ein Plädoyer für die Wahlfreiheit und ein Bekenntnis dazu,

dass immer ein Rest an Zweifel bleibt.

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Robert Seethaler: Der Trafikant

Franz, Lehrling eines Rauchwaren- und Zeitungsladens  in Wien, macht die Bekanntschaft des weltberühmten

Dr. Sigmund Freud. Und er lernt die Macht eines Diktators kennen, der ganze Nationen um den Verstand bringt.

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