Die neuesten Empfehlungen

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Januar 2020

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Lydia Steinbacher: Schalenmenschen

In zwanzig Erzählungen spürt Lydia Steinbacher Zuständen und Wendungen im Leben ihrer Protagonisten nach. Feinfühlig und poetisch beschreibt sie Begegnungen, Erinnerungen, Brüche, Schmerzen oder die Liebe - ihre Figuren versuchen, sich aus ihrer Schale zu lösen, oder auch sich eine solche zum Schutz überzuziehen. Steinbacher weicht auch dem Tod nicht aus - erstaunlich reife Erzählungen einer jungen Autorin.

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Olga Tokarczuk: Unrast

Ein Roman, der aus Episoden, Briefen, Essays, Novellen, Reflexionen, der direkten Ansprache des Lesers durch ein "Ich" besteht, der sich dem Thema Bewegung widmet (die nicht ohne ihr Gegenteil beschrieben werden kann),

der von Köpern fasziniert ist und diesen breiten Raum lässt, der viele Helden hat, Personen, die durch die Zeiten und von Ort zu Ort wandern - dieser Roman ist eine unglaubliche Vielfalt an Gedanken, an Schönheit, an Leben. Geschrieben in den unterschiedlichsten Klangfarben von Sprache, er lässt sich kaum fassen, aber er fasziniert außerordentlich.

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Désirée Opela: In Limbo

Vier junge Menschen trudeln durch München, diskutieren über die Kunst, suchen einen Sinn in ihrem Leben, suchen die Liebe - und Räume, die außerhalb des Konsums liegen.

Räume, die Möglichkeiten eröffnen, Erfahrungen zulassen, Gestaltung erlauben. Der sehr vielfältige Debütroman der jungen Autorin ist ein variantenreiches Plädoyer für die Ästhetik, eingebettet in die Geschichte ihrer Figuren, die sie aus dem mittelalterlichen Limbus, der Vorhölle, ins Jetzt transportiert. Das gelingt ihr trefflich.

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Michael Lichtwarck-Aschoff:

Der Sohn des Sauschneiders

Der berühmte Biologe Paul Kammerer und Franz, der Bub vom Land, haben ein Ziel: die Vererbbarkeit von erlern-ten Eigenschaften zu erforschen. Sie tun dies vor dem Ersten Weltkrieg am Wiener Vivarium - streng beobachtet von den Gegnern Kammerers. Franz, dessen Lebenstraum es ist, das hornlose Rind zu züchten, gerät schließlich in arge Nöte, denn er ist grundehrlich und manchmal muss auch in der objektiven Wissenschaft ein wenig nachgeholfen (sprich: getrickst) werden. Lichtwarck-Aschoff nimmt Fäden aus Wissenschaft und Geschichte auf, fügt einige Figuren hinzu, und spinnt daraus eine hintergründige, von Sprachwitz und Phantasie getragene Geschichte, die fasziniert. Und auch ein helles Licht auf die Gegenwart wirft. 

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