Die neuesten Empfehlungen

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August 2019

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Steven Bloom:

Mendel Kabakov und das Jahr des Affen

Das Jahr 1968 spült alte Gewissheiten hinweg, in der Politik und im Privaten kommt es zu Umwälzungen. In diese geraten auch die Kinder und Enkel Mendels, der schwer unter dem Tod seiner Frau Sonia leidet, fast fünfzig Jahre waren sie glücklich verheiratet gewesen. Steve Bloom verschränkt die persönlichen Geschichten seiner Protagonisten mit dem Zeitgeschehen, und er wirft Blicke in die Geschichte der Vereinigten Staaten, vor allem mit dem Anliegen, aufzuzeigen, wie groß die Schuld dieses Landes ist und wie weit entfernt davon, anderen Fehlverhalten vorwerfen zu können. Verschiedene Typen begegnen sich in diesem Roman: Patrioten und Pazifisten treffen auf Homosexuelle und andere Minderheiten. In dieser bunten Welt werden wichtige Begriffe durchdacht: Liebe, Treue, Verantwortung, Verzeihen etc - das Buch erzählt eine Familiengeschichte, es ist zugleich ein  informativer Text zur Geschichte Amerikas. 

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Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind

Lula Ann ist so schwarz, dass sogar ihre Mutter Sweetness erschrickt - und es kaum schafft, ihr Kind zu berühren oder auch nur anzusehen. Sie erzieht das Mädchen sehr streng zu unbedingtem Gehorsam, es soll ja nicht auffallen, das kann in einer rassistischen Gesellschaft wie der amerikanischen tödlich enden. Doch Lula Ann befreit sich von dieser Über-Anpassung, nennt sich Bride,  verwandelt ihre "schwarze Eleganz" in Geld - und wird die Geister der Vergangenheit doch nicht los.  Morrison erzählt die Geschichten von Bride und Sweetness, sowie die von Brides Freud Booker, einge-bettet in die Geschichte und Atmosphäre der Zeit. Diese ist unsere Gegenwart, die sich in manchen Punkten kaum von einer Zeit unterscheidet, die sehr lange zurück liegt.

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Volker Demuth:

Niederungen und Erhebungen -

Besichtigung einer Lebenslandschaft

An drei Orten derselben Gegend verbringt der Autor einen Großteil seines Lebens: dem "Großvater-bauernhof", der "Randlage Kleinstadt" und dem "Haus am Fluss." An der Donau bei Ulm gelegen, von Eiszeiten und den Menschen geformt, reich an Historie und Veränderungen, die der Landschaft ebenso eingeschrieben sind wie der Sprache und dem Denken, begibt sich Volker Demuth auf Spurensuche.

Diese Suche stellt die großen Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich der, der ich bin? Warum lebe ich gerade hier? Demuth umkreist diese (und viele weitere) Themen in einem großen Kreis, schlägt den Bogen zwischen der Gegenwart und jener Zeit, als auf der Schwäbischen Alb die ältesten Kunstwerke der Menschheit entstanden, er spürt der äußeren und inneren Landschaft nach - mit der größt möglichen Sprachachtsamkeit, sehr vorsichtig, völlig unprätentiös, sehr konzentriert und fließend.

Das Buch ist eine Selbsterkundung, die den Leser mitnimmt und ihn anregt, die selben Fragen an sich selbst zu stellen.

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