Die neuesten Empfehlungen

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Januar 2018   -   Familie

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Frans Eemil Sillanpää: Jung entschlafen

Nachdem Kustaa seinen ererbten Hof verkaufen musste und seine Frau kurz darauf stirbt, bleibt er alleine mit seiner Tochter Silja zurück. Silja ist gerade sechzehn, da stirbt auch Kustaa, Silja ist nun auf sich selbst gestellt und verdingt sich als Magd auf verschiedenen Höfen. Nur ein Jahr, nachdem sie eine erschütternde erste Liebe und Trennung erlebt hat, stirbt Silja, nur zweiundzwanzig ist sie geworden. Soweit der Plot. Der finnische Nobelpreisträger Sillanpää (1888-1964) beschreibt die Natur - die sichtbare äußere und die von ihm sichtbar gemachte innere - so präzise, fein und warmherzig, er zeichnet von allem und allen so lichte Bilder, dass der Leser sofort Zugang zu und Sympathie für diese vergangene Welt findet und empfindet. Die Einsamkeit und Traurigkeit, aber auch die Freude und Zufriedenheit mit Wenigem, das unbewusste Wissen um das Werden und Vergehen in der Natur und im Leben ist diesen einfachen Menschen eigen. Dies bewahrt sie davor, mit dem Schicksal zu hadern. Dem Leser bescheren sie einen tiefen Blick in eine zugleich nahe und ferne Zeit. 

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Nicol Ljubic: Ein Mensch brennt

In der Person des neuen Untermieters Hartmut Gründler bricht die Politik in das Leben der Familie Kelsterberg ein.

Der Roman spielt in Tübingen, Mitte der 1970er Jahre. Hanno Kelsterberg ist acht als Gründler einzieht, der Hannos Mutter mit seinem Kampf für eine bessere Welt fasziniert. Sie engagiert sich neben ihm für die Abschaffung der Atomenergie, entfremdet sich darüber der Familie, nicht nur Hanno fühlt sich in die zweite Reihe geschoben.

Nach Gründlers Selbstverbrennung in Hamburg im November 1977 zerbricht die Familie vollends, Marta widmet ihr Leben nun voll und ganz dem Andenken Gründlers und setzt seinen Kampf fort. Der Roman ist aus der naiven Perspektive des Kindes erzählt, der auf tragische Ereignisse blickt und versucht, sie zu verstehen. Dabei würde er viel lieber einfach Fußball spielen und sich seinem Sammelalbum widmen. In den Blick des Kindes mischt sich die Rückschau des Mittvierzigers Hanno, der eins ganz klar herausstellt: Gründler war ein Getriebener, der über dem Kampf für die Menschheit den einzelnen Menschen aus den Augen verlor. Die Frage, wohin Idealismus führen kann, zieht sich somit durch den ganzen Roman, den der Autor als einen "Familienroman" bezeichnet. Einer Familie, in die der Fundamentalismus eingebrochen ist.

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Anne Cuneo:

Der Eiskönig aus dem Bleniotal

Carlo Gatti verlässt als Zwölfjähriger sein Dorf im Tessin. Achtzehn Jahre wird er in Paris leben, wo er Maroni und Waffeln verkauft, dann zieht er weiter nach London, wo er das gesellschaftliche Leben erneuert. Womit? Mit einer ganz neuen Kaffeehauskultur. Er richtet Cafés ein, denen nichts Anrüchiges anhaftet, die gute Speisen und vor allem Eiscreme anbieten. Dieses Eis wird zur Grundlage seiner Geschäfte, die sich bald auf Restaurants, Music Halls und Theater ausdehnen. Außerdem importiert Gatti Eis aus Norwegen und verkauft dies an Lebensmittelhändler.

Zum Speiseeis gesellt sich das Rohprodukt, das ihn dann richtig reich macht.  So geschäftstüchtig er ist, sein Herz ist aus Gold: schon als er noch nichts als Schulden hat, setzt er sich für die Schwächsten ein. Unter anderem für Nick, einen Sechsjährigen, den er auf der Straße aufliest und in die Familie aufnimmt. Dieser schmächtige Junge entwickelt sich zu einem gefragten Ingenieur, der auch die Lebensgeschichte seines Ziehvaters aufschreibt. In Form einer Doppel-biographie und vor sehr präzise gezeichnetem Hintergrund der Zeitgeschichte. Der Leser begegnet in diesem Roman

dem London des 19. Jahrhunderts, das den Geist Charles Dickens atmet. 

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