Die neuesten Empfehlungen

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Januar 2022

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Vincent O. Carter: Meine weisse Stadt und ich. Das Bernbuch

1953 kommt der schwarze Amerikaner Vincent O. Carter nach Bern - er scheint der erste Schwarze zu ein, den die Menschen dort sehen. Alle, wirklich alle, starren ihn fassungslos an. Mit großer Mühe kann er in der kleinen Hauptstadt der Schweiz Fuß fassen. Diesen Prozess des Einlebens und zu sich selbst Findens beschreibt Vincent O. Carter in einer Mischung aus Autobiographie, Erzählung und Essay.

Er zeichnet dabei ein Selbstporträt und ein einzigartiges Bild der Stadt Bern, bis hinein in die Architektur. Und er legt Schicht für Schicht das frei, was man heute Alltagsrassismus nennt. Ohne Ironie und Humor hätte er keine Chance gehabt in dieser Stadt, was Carter aber auch auszeichnet, ist eine permanente kritische Selbstbefragung und Bemühung um Balance.

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Manuel Chaves Nogales:

Ifni, Spaniens letztes koloniale Abenteuer

Nach Jahrzehnten völliger Vergessen-heit wurde der spanische Journalist und Romanautor fünfzig Jahre nach seinem Tod wiederentdeckt. Er war zwischen 1921 und 1936 in allen wichtigen Zeitungen präsent, auch von seinem Londoner Exil aus veröffentlichte er bis zu seinem Tod 1944 in aller Welt. Dem Diktator Franco gelang es trotz der Berühmtheit Chaves Nogales, seinen Namen zu tilgen. Heute gehört er in Spanien wieder zu den bedeutendsten Intellektuellen, nun kann er erstmals auch auf Deutsch gelesen werden. In der Reihe "Iberisches Panorama" wird sein Werk in 14 Bänden aufgelegt - eine äußerst spannende Entdeckung.

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Norman Levine: Das Mädchen von nebenan und andere Erzählungen

Erinnern oder Vergessen, eine Heimat finden, das sind die Themen des kanadischen Schriftstellers, der sein Leben überwiegend in England verbrachte, dem Land seiner Kindheit und Jugend aber eng verbunden blieb. Levines Erzählweise ist schnörkellos schlicht und inspiriert von der modernen Malerei, die er in der Künstlerkolonie St. Ives, Cornwall, wo er über dreißig Jahre lebte, kennengelernt hatte. Das tägliche Leben wollte Norman Levine darstellen, auf das Wesentliche konzentriert. Dies gelingt ihm mit seinem Helden, einem Schriftsteller, dessen Leben eng an sein eigenes angelehnt ist, auf beeindruckende Weise.

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