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Juni 2018   -   Gesellschaft & Liebe

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Lewis Grassic Gibbon:

Lied vom Abendrot

Dieser großartige Roman spielt zwischen 1912 und 1919 und erzählt

das Leben der Chris Guthrie bis zu ihrem fünfundzwanzigsten Jahr.

Mit dem Ersten Weltkrieg verändert sich auch das kleine Dorf Kinraddie im Nordosten Schottlands, der Heimat von Chris. In einer ganz eigenen Sprache, deren Tonfall und Rhythmus den Text tragen und die kongenial ins Deutsche übersetzt wurde, berichtet er von den zwei Chris´: der einen, die lernen und selbst Lehrerin werden möchte, und der anderen, die sehr am Land und dem Leben auf dem Bauernhof hängt. Der Roman erzählt von Chris und der Gesellschaft, in der sie lebt und davon, wie sich diese wandelt und eine Epoche unwiederbringlich zu Ende geht. Dieses "Lieblingsbuch der Schotten" ist ein in jeder Hinsicht unkonventioneller Roman, der lokal verankert, aber kein bisschen provinziell ist.

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Edith Wharton: Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart

Lily Bart, eine unvergleichlich schöne und anmutige Frau um die dreißig, sucht Anschluss an die beste Gesellschaft. Sprich: sie sucht einen Ehemann, der ihr Bedürfnis nach Luxus befriedigen kann, denn die Erfahrung plötzlichen Verarmens nach der Pleite ihres Vaters hat sie um so empfänglicher gemacht für alles Schöne. Sie ist Teil der glamourösen Welt, bis sie durch eine Intrige von ihren sogenannten Freunden fallen gelassen wird. Sie wird zu einer tragischen Heldin, zu langsam löst sie sich von ihrer bisherigen Vorstellung vom Leben, zu wenig traut sie ihren eigenen Gefühlen. Whartons Roman ist Entwicklungs- und Gesellschaftsroman, Liebesgeschichte, Charakterstudie, Porträt und Sittengemälde - glänzend geschrieben, psychologisch fein gezeichnet, unterhaltsam und spannend. Er ist ein Juwel und kein bisschen angestaubt.

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