Alioth, Gabrielle

Gabrielle Alioth: Die letzte Insel

Holm reist auf eine Insel, um sie zu inventarisieren: Welche Tiere und Pflanzen leben noch? Diese in nicht allzu ferner Zukunft spielende Erzäh-lung ist ein Teil des Romans, der andere ist die in der Gegenwart spielende Geschichte der Ich-Erzählerin, die ebenfalls auf einer Insel lebt und durch eine Überschwemmung mehr als ihr Haus verloren hat. Der atmosphärisch sehr dichte Roman, in dem poetische Bilder wie wissenschaftliche Beschreibungen Platz finden, ist ein Nachdenken über das Verhältnis des Menschen zur einer sich rasant verändernden Natur. Aber auch: Wie bilden sich Erinnerungen? Ist jedes einzelne Leben ein `Original´ oder ein Echo auf Vorausgegangenes? Ist das Paradies dort, wo die Zeit endet oder ausgeblendet wird? Diese und weitere Fragen werden nicht theoretisch diskutiert, sie sind der Geschichte eingeschrieben, durch-fluten die Gedanken und Erlebnisse der Figuren. Am Ende wird die Verbindung, die zwischen Holm und der Erzählerin besteht, deutlich. Diese Verbindung steht nicht zuletzt für das, was  Dichter leisten: Ihre Werke sind die letzten Zeugen, die letzten Inseln.

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Gabrielle Alioth: Die Überlebenden

Die Briefe einer Tante an ihren im Ausland lebenden Mann aus den

1930er und 40er Jahren, ein in die USA verschwundener Cousin und die Erinnerungen an ihren Großvater nimmt die Autorin zum Ausgangs-punkt ihres Romans, in dem die Figuren "von der Realität befreit" eine Geschichte der Prägungen, der Schuld, des Schweigens erzählen. Kunstvoll webt Gabrielle Alioth die verschiedenen Zeitebenen ineinander, indem sie durch die Erinnerungen ihrer Protagonisten mäandert. Raupen mit ihrer Fähigkeit zur totalen Verwandlung sind ein Symbol, das dem Roman unterliegt - der jüngsten Enkelin des Familienpatriarchen scheint die Befreiung zu gelingen.

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