Freudenthaler, Laura

Laura Freudenthaler: Geistergeschichte

Die Klavierlehrerin Anne hat sich ein Freijahr genommen. Ihr eigenes Spiel möchte sie pflegen und ein Lehrbuch schreiben. Doch sie ist völlig aus dem Takt geraten, weil sie meint, ihr Mann Thomas hätte eine Affäre.

Anstatt zu spielen wandert sie durch die Stadt, stellt sich vor, wie Thomas sich mit "dem Mädchen" trifft - und sieht Schatten durch die Wohnung huschen, ein Gesicht am Fenster etc. Realität und Vorstellung verschwimmen, es

ist nicht mehr zu unterscheiden, was passiert und was passiert sein könnte. Laura Freudenthalter gelingt es, den Leser vollkommen in die Wahrnehmung und Gedankenwelt  Annes hineinzuziehen, ihn in einen Raum voller Spiegel und in die Schwebe von Wirklichkeit und Phantasie zu entführen. Dabei überlässt sie es dem Leser, die Geistergeschichte zu deuten, ihr Roman ist kein psychologisches Dossier, sondern ein Sprach-Kunst-Werk.

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