Kinsky, Esther

Esther Kinsky: Rombo

Am 6. Mai 1976 erschütterte ein schweres Erdbeben den Nordosten Italiens. Diesem Beben, das "Leben und Landschaft in ein Vorher und ein Nachher" spaltete, spürt der Roman "Rombo" nach. Sieben Menschen nähern sich dem Geschehen an, konkretisieren ihre Erinnerungen im Lauf ihre Erzählens. Die Autorin geht außerdem auf Flora und Fauna, Geologie, Politik und gesellschaftliche Strukturen ein - der Roman ist ein Gang durch die Welt. Und ein unglaublich vielfältiges, auch sprachlich herausragendes Zeugnis der Erinnerungskultur.

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Esther Kinsky: Hain, Geländeroman

Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin: in die Bergwelt Olevano Romanos, in das Dorf Chiavenna in der Lombardei  und in die Lagunen-landschaft um Comacchio im Podelta.

Ganz Wahrnehmung und sehr präzise erkundet sie das Gelände, gleichzeitig

ist ihre Reise eine nach Innen. Erinnerungen an die Kindheit, vor

allem an den Vater, werden wach, die Leerstelle des kürzlich verstorbenen Lebensgefährten M. wird schmerzlich bewusst. 

Der Geländeroman Esther Kinskys erzählt von Abwesenheit und von Verlorenem. Er tut dies in einer ungeheuren Präsenz von Wirklichkeit und Realität. Kinsky beschreibt aber wesentlich mehr als die sichtbare Realität - stets schwingt eine an die Vergangenheit erinnernde, an das momentane Empfinden oder eine philosophische Überlegung anstoßende Ebene mit. So transformiert die Dichterin das (konkrete) Gelände in einen "Hain". Seit dem 18. Jahrhundert gilt dieser als Sitz und Symbol der Dichtkunst. 

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