Baldwin, James

James Baldwin: Nach der Flut das Feuer

Aus zwei Briefen besteht dieser Essayband, der heute so aktuell ist wie bei seinem Erscheinen 1963. Baldwin analysiert in seinen Texten den seit der "Emancipation Proclamation" 1863 unveränderten Rassismus, der sich in allen Bereichen des Lebens zeigt und der seiner Ansicht nach nur gemein-sam von Schwarzen und Weißen überwunden werden kann. Das ist ein revolutionärer Gedanke: die Befreiung der Weißen ist so nötig wie die Befreiung der Schwarzen - nur so kann eine neue, für alle gerechte Gesellschaft entstehen. Sein leidenschaftliches, klares und kraftvolles Plädoyer für den Humanismus und

die Freiheit verknüpft eigene Lebenserfahrung mit den Strukturen des Rassismus in den Köpfen, in den Institu-tionen, es ist die umfassende Betrachtung eines Problems, das nicht auf die Vereinigten Staaten begrenzt ist. 

                                                                             Zur Besprechung

 

                                                                       

 

James Baldwin: Beale Street Blues

"Der wird noch versuchen, mich dranzukriegen" - so Fonny, nach dem Zusammenstoß mit einem weißen Officer. Er sollte recht behalten: der Zweiundzwanzigjährige wird wegen einer Vergewaltigung, die er nicht begangen hat, verhaftet. Von jenem Mann, der die weiße Justiz in Person ist - ein rassistischer Officer, der sich in seiner Ehre verletzt gefühlt hatte. Und der am längeren Hebel sitzt, salopp gesagt. Vor allem Fonnys Freundin Tish, 19, versucht zusammen mit ihrer Familie alles Erdenkliche, um Fonny aus dem Gefängnis zu holen, denn Tish ist schwanger. Diese junge Frau erzählt in sich verschränkenden Handlungssträngen aus Vergangenheit und Gegenwart die Geschichte einiger Individuen, genauso aber die des Landes und der Afroamerikaner. Vielschichtig und präzise, im Ton direkt, jung, weltlich, entsteht so ein Bild von Leid und Hoffnung, Ungerechtigkeit und Liebe.

                                                                        Zur Besprechung

 

 

 

James Baldwin: Von dieser Welt

Gott-Vater, Familie, Macht, Angst, Not, religiöse Tradition und Erweckung, Auflehnung, Hass, sexuelle Orientierung, schwarze Historie Amerikas, New York in den 1930ern - dies alles erzählt anhand der Geschichte des vierzehnjährigen John Grimes. Er ist der Mittelpunkt dieses autobiographisch gefärbten Romans,

in ihm kulminiert eine lange Geschichte der Schwarzen in den USA. In drei Teilen fächert Baldwin den Kampf des Protagonisten mit oder gegen seinen Vater und Gott auf, erzählt exemplarisch und überzeitlich vom Ringen um ein selbstbestimmtes Leben.

                                                                    Zur Besprechung