Rudnóy, Teréz

Teréz Rudnóy:

Der Tag, an dem sie freikamen

Lulu ist eine von achthundert Zwangs-arbeiterinnen, die an Ostern 1944 weg von der holländischen Grenze Richtung Osten getrieben werden, weg von den anrückenden Amerikanern. Die Frauen finden sich nach einem Bombardement und der Flucht ihrer Bewacher:innen plötzlich in Freiheit wieder. Lulu wird zur Dolmetscherin für Lieutenant Sever, dem sie ihre Geschichte erzählt. Diese wird zur universellen Geschichte der Verfolgten und Ermordeten in Europa. Lulu sinnt nicht auf Rache, aber sie versucht vehement dem Amerikaner, der von "humanitären Werten" spricht, die es zu verteidigen gilt, ihren Standpunkt klar zu machen. Kann man diese Haltung von einer vor wenigen Stunden befreiten Zwangsarbeiterin, die in Auschwitz ihre Angehörigen verloren hat, den in einem Lager gefangenen deutschen Nazis gegenüber verlangen? Der Roman, der unmittelbar nach der Befreiung verfasst wurde, sticht mit seiner klaren Sprache direkt ins Innerste der Leser:innen.

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