Hansen, Johanna

Johanna Hansen: Schamrot

In ihrer Autobiografie blickt Johanna Hansen, geboren 1955, zurück auf ihre Kindheit und Jugend. Sie waren geprägt von  den seelischen Verletzungen, die der Krieg nicht nur bei ihren Eltern hinterlassen hatte, vom Versuch aller, die Vergangenheit tot zu schweigen, von den (Erziehungs)Idealen, die noch aus den 1930er Jahren stammten, von der rigiden katholischen Moral und von einer Krankheit, die das Leben des Kindes stark einschränkte. Die Atemnot, das Asthma, sieht die Schriftstellerin als Reaktion auf die Unfreiheit und Unterdrückung aller Gefühle und Kreativität. Doch die Entwicklungen der Zeit ermöglichen einen weiteren Horizont, der Autorin und Malerin (wunderschöne Bilder zieren das Buch) gelingt es, aus der Enge ihrer Kinder- und Jugendwelt zu entfliehen. Sehr kunstvoll verflicht sie in "Schamrot" die gesellschaftlichen Gegebenheiten und Entwicklungen mit ihrer persönlichen Geschichte zu einem vielfältigen und poetischen Rückblick.

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