Mariani, Selene

Selene Mariani:

Aus dem Dachfenster die Wolken sehen

Die dreißigjährige Ich-Erzählerin arbeitet im Café und schreibt an einem Roman.

Und stellt sich die Fragen: Wie möchte ich in Zukunft leben? Was ist für eine Frau mit prekärer Einkommenssituation überhaupt möglich in einer patriarchalen Gesell-schaft? Wie lassen sich Sehnsüchte mit den Umständen in Einklang bringen? Auch die ganz wichtige Frage: Möchte ich ein Kind? Selene Mariani verzichtet völlig auf Pathos und Sentimentalität, der Roman erhält seine Dichte durch die Konzentration auf das Wesentliche.

Sie versteht sich auf Verknappungen, Auslassungen, Andeu-tungen, manchmal Schweigen. Sie lässt den Leser:innen viel Raum für eigene Gedanken und erschafft trotzdem eine konturierte und lebendige Heldin. 

Zur Besprechung

 

 

 

Selene Mariani: Ellis

Nach der Trennung ihrer Eltern zieht Ellis mit ihrer Mutter 2002 von Italien nach Deutschland. Sie hat es sehr schwer in der Schule, ist froh, dass sich "die Neue" auf ihre Seite stellt. Doch auch diese Freundschaft ist nicht einfach, gibt Ellis nicht immer Halt. Selene Mariani thematisiert die Zerrissenheit zwischen zwei Heimaten und Sprachen, das Ausgegrenzt-Werden und die Anziehungskräfte, die über eine reine Freundschaft hinausgehen. Sie teilt mit ihrer Heldin biografische Eckdaten, sie hat viel Herzblut in ihren Roman gelegt, der durch Konzentration auf das Wesentliche, durch Reduktion und Verzicht auf Pathos besticht. Ein sehr gelungenes Debüt!

Zur Besprechung