_____________________________________________________
Mai 2026
_____________________________________________________
Waseem Hussain (Text) & Sascha Reichstein (Fotografien): Habitus
Eine Erzählung, in deren Mittelpunkt Khemjis Suche nach Herkunft und Identität steht, und Fotos von Gesteinen gehen in diesem Werk aus zwei Teilen eine Verbindung ein, deren innere Logik sich während der Lektüre und Betrachtung entwickelt. Festigkeit und Fluidität, Realität und Traum, die Bedeutung von Habitus und Habitat sind nur Stichworte, die die vielen Dimensionen dieses in jeder Hinsicht funkelnden Werkes umreißen.
Konstantine Gamsachurdia:
Das Lächeln des Dionysos
Konstantine Sawarsamidze, Ich-Erzähler und Alter Ego des Autors, lebt in Paris, flieht nach Italien, strandet in Berlin, bevor er in seine Heimat Georgien zurückkehrt. Verfasst zwischen 1915 und 1925 ist der Roman das Porträt eines strauchelnden Individuums und das einer aus den Fugen geratenen Welt.
Er ist eine tragische Liebesgeschichte, er beschäftigt sich mit Kunst, Religion, Politik, Philosophie, Ost und West, Tradition und Moderne, er ist Außen- und Innenschau auf allerhöchs-tem Niveau. Er reflektiert die Zeit seiner Entstehung in Inhalt und Stil - man kann sich nur wundern, dass es 100 Jahre dauerte, bis eine deutsche Übersetzung erschien.
"Das Lächeln des Dionysos" gehört in den Kanon des
20. Jahrhunderts.
Charlotte Mew: Alle belebten Dinge halten den Atem an - Gedichte
Zu Lebzeiten war ihr ein schmaler Ruhm vergönnt, dann geriet die Dichterin, Essayistin und Verfasserin von Erzählungen in Vergessenheit, völlig zu Unrecht. Die Gedichte Charlotte Mews (1869-1928) sind farbenfroh, sinnlich, bildreich, der Welt zugewandt. Sie beschäftigen sich auf vielfältige Weise mit den großen Themen Liebe und Tod, Religion, Sehnsucht, Erleben und nicht gelebtem Leben.
Mew verfügt über eine blühende Phantasie, große Gestal-tungskraft, sie spielt mit Perspektiven und (Geschlechter) Rollen, sie zähmt das Chaos, das sich Leben nennt, indem sie es in fließende, kunstvolle Poesie verwandelt, die völlig zeitlos ist.
Julia Wolf: Du, hier - Stories
In elf Geschichten entwirft Julia Wolf lebendige, nahbare Frauen zwischen Mitte dreißig und Mitte vierzig. Ein Alter, in dem Beziehungen und Lebensentwürfe auf den Prüfstand gestellt werden. Ausgehend von einer Momentaufnahme zeichnet sie Lebens-Bilder mit tiefen Einblicken in die Seelen, Geschichten und Umstände ihrer Heldinnen. So entstehen sehr individuelle Personen, in denen sich trotzdem und gerade deshalb deutlich die heutige Zeit spiegelt.
Gute Literatur
Meine Empfehlung