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Januar 2026

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Harry Martinson: Aniara

Die Aniara ist ein Raumschiff mit achttausend Menschen an Bord.

Es soll sie von einer unbewohnbar gewordenen Erde zum Mars bringen, doch das Schiff gerät außer Kontrolle. Über viele Jahre hinweg trudelt es durch das All - wie lässt sich angesichts des nahenden Untergangs die Hoffnung bewahren? Aniara steht für die Vergänglichkeit des Menschen, aber auch für seine Verantwortung und Schuld. Das 1956 erschienene Werk in 103 Gesängen reflektiert die jüngste Vergangenheit, es ist dezidiert politisch/historisch, zugleich ist es prophetisch. Harry Martinson gelingt ein großes Kunststück: mit einer dunkel-düsteren Farbpalette malt er einstrahlend helles Bild. Der Inhalt erschüttert, der Stil ist vollendete Harmonie und Schönheit.

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Alice Franklin: Was ich dir erzählen möchte oder Lebensweisheiten für ein kleines Alien

Dieses geistreiche, humorvolle und witzige Buch erzählt die Geschichte eines Mädchens, das  sehr oft nicht versteht, was andere sagen, was sie von ihr wollen. Sie fühlt sich wie ein Alien. Im Fernsehen sieht sie eine Doku über eine Schrift aus dem Mittelalter, die bisher nicht entschlüsselt wurde, das Voynich-Manuskript. Wurde es womöglich von Aliens verfasst? Das würde bedeuten, sie ist nicht alleine im Weltall, nur auf dem Planeten Erde. Das Mädchen setzt alles daran, alles über dieses Manuskript zu erfahren, dabei lernt sie eine Menge über Sprache und über sich selbst. Brücken können gebaut werden, gegenseitiges Verständnis ist möglich - wenn der Wille dazu da ist.

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Islème Sassi: Von jenen, die jagen

Isabel will für 4 Wochen eine Auszeit nehmen. Sie mietet ein Haus am Rand eines fast verlassenen Bergdorfes - und wird schnell mit unheimlichen Geschehnissen konfrontiert. Sie haben vermutlich nicht mit ihr, sondern mit dem Haus zu tun, mit der Familie, die früher hier lebte. Islème Sassi richtet ihren klaren Blick auf das, was in Gemeinschaften und Individuen im Verborgenen schläft, auf das Ungeheuer, das eines Tages aufwacht, und ans Licht will. An der Oberfläche ist das Debüt der 1984 geborenen Autorin ein Kriminalfall, doch darunter ist der Roman eine Ent-Wicklung der Untiefen menschlichen Daseins - und nichts ist, wie es scheint, und keine Person die, für die man sie hielt.

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Katriona O´Sullivan:

Working Class Girl - Aufstieg einer Frau von ganz unten

Katriona ist eines von fünf Kindern drogensüchtiger Eltern. Sie wächst in desolaten Umständen auf, ihr Weg scheint  vorgezeichnet. Doch sie ergreift die Chancen, die sich ihr trotz aller Widerstände bieten und schafft ihren Abschluss am Trinity College.

In ihrer Autobiographie schreibt sie über ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Ängste und Gefühle, und sie benennt glasklar die gesellschaftlichen Umstände und politischen Entscheidun-gen, die ihr Leben genauso prägten wie ihre Eltern.

Diese doppelte Perspektive zeigt den Menschen hinter der Statistik und gibt einen tiefen Einblick in die verheerenden Auswirkungen von Armut.

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Carlo Collodi: Pinocchio

Nacherzählt von Imme Drost, illustriert von Carl Cneut

Imme Dros hat die berühmte Geschichte der frechen Holzpuppe Pinocchio zeitgemäß nacherzählt, der Künstler Carl Cneut schuf die Illustrationen dazu. Text und Bilder ergänzen sich congenial, transportieren den Klassiker aus dem Jahr 1881 in die heutige Zeit. Die ausdrucksstarken, üppigen Bilder in rauschenden Farben werden ergänzt durch kleine Federskizzen, die der abwechslungsreichen Geschichte Leichtigkeit verleihen und noch eine Ebene hinzufügen. Im Mittelpunkt der Erzählung steht nicht die pädagogische Absicht Collodis, sondern die abenteuerliche Entwicklung von der Puppe zum Jungen, der am Ende mit großem Schritt selbstbewusst davonmarschiert.

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